Der Adventskalender ist für Kinder oft das eigentliche Weihnachtsfest – nur eben in 24 Portionen. Genau darin liegt sein Reiz: Nicht ein großer Moment, sondern jeden Morgen ein kleiner. Und genau deshalb lohnt es sich, ein paar Minuten über die Entscheidung nachzudenken, statt im November das erstbeste Regal leerzukaufen.
Drei Wege stehen offen: einen fertigen Kalender kaufen, einen leeren selbst befüllen oder ihn ganz selbst basteln. Alle drei haben ihre Berechtigung, und welcher passt, hängt vom Alter des Kindes, von der verfügbaren Zeit und ehrlicherweise auch vom Nervenkostüm ab. In diesem Ratgeber gehen wir alle drei durch, zeigen worauf es bei fertigen Kalendern ankommt und liefern konkrete Ideen für die Befüllung – gestaffelt nach Preis. Bei Tobs in Halle beginnt die Adventskalender-Saison jedes Jahr im Herbst, entsprechend oft beraten wir dazu.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Für die Kleinsten ab 1 bis 2 Jahren eignen sich Fühl- und Soundkalender – sie funktionieren ohne Lesen und ohne Süßigkeiten
- ✓ Selbst befüllen lohnt sich ab etwa 3 Jahren – dann versteht das Kind das Prinzip und freut sich über individuelle Inhalte
- ✓ Nicht 24-mal Spielzeug: Mischen Sie Kleinigkeiten mit Gutscheinen für gemeinsame Zeit – das entlastet Budget und Kinderzimmer
- ✓ Früh anfangen: Wer im November sammelt, zahlt weniger und findet mehr als am 28. Tag des Monats
- ✓ Stoffsäckchen statt Wegwerfkarton: Einmal gekauft, jahrelang genutzt – der Kalender wird selbst zur Tradition
Kaufen, befüllen oder basteln?
| Weg | Aufwand | Kosten | Passt am besten |
|---|---|---|---|
| Fertiger Kalender | Keiner – kaufen, aufhängen, fertig | ca. 18–30 € | Für die Kleinsten, bei wenig Zeit, als Geschenk von Paten und Großeltern |
| Selbst befüllen | Mittel – Säckchen besorgen, 24 Kleinigkeiten sammeln | Sehr unterschiedlich, ab ca. 25 € aufwärts | Ab 3 Jahren, wenn der Inhalt zum Kind passen soll |
| Komplett selbst basteln | Hoch – Hülle bauen und befüllen | Gering, wenn Material vorhanden | Als gemeinsames Projekt mit älteren Kindern |
Ein Hinweis vorweg, weil er viel Druck herausnimmt: Ein gekaufter Kalender ist keine schlechtere Lösung. Kinder bewerten nicht, wie viel Aufwand dahintersteckt – sie freuen sich über das tägliche Türchen. Der Selbstbefüllung gehört der Vorzug, wenn Sie den Inhalt gezielt steuern möchten, etwa weil das Kind ein bestimmtes Hobby hat oder weil es weniger Süßes sein soll.
Fertige Kalender: Welcher Typ passt?
Der klassische Schokoladenkalender ist längst nicht mehr die einzige Option. Gerade für jüngere Kinder gibt es Varianten, die deutlich besser funktionieren:
| Typ | Was dahinter steckt | Ab Alter |
|---|---|---|
| Fühlkalender | Hinter den Türchen Materialien zum Streicheln und Ertasten, dazu Bilder | 1–3 Jahre |
| Soundkalender | Auf Knopfdruck erklingen Tier-, Vogel- oder Fahrzeuggeräusche | ab 2 Jahren |
| Bild- und Türchenkalender | Der Klassiker mit Motiven, ganz ohne Inhalt | ab 3 Jahren |
| Spielzeugkalender | 24 Teile, die zusammen eine Szene oder ein Modell ergeben | ab 4–6 Jahren |
| Bastel- und Kreativkalender | Jeden Tag ein Material oder ein kleines Projekt | ab 5 Jahren |
| Duft- und Räucherkalender | Räucherkerzen für den Adventsabend – eher für die ganze Familie | Erwachsenenbegleitung |
Für Kinder unter drei Jahren sind Fühl- und Soundkalender die klügste Wahl. Sie brauchen kein Verständnis für Zahlen, funktionieren ohne Schokolade und haben einen Nebeneffekt, den Eltern zu schätzen wissen: Sie lassen sich anfassen, ohne dass sofort etwas aufgegessen ist. Bei Soundkalendern lohnt der Blick auf einen Ausschalter – nach dem dreißigsten Bagger am selben Vormittag ist man dafür dankbar.
Adventskalender bei Tobs
| Kalender | Was ihn ausmacht | Ab Alter | Preis |
|---|---|---|---|
| Mein Streichel-Adventskalender | 10 Fühlelemente und Tierfotos, dicke Pappe mit abgerundeten Ecken, 24 Türchen zum Herausnehmen, 62 × 40,2 cm | ab ca. 1 Jahr | 18,00 € |
| Mein Streichel-Bauernhof | Gleiches Prinzip mit Bauernhofmotiven – vom Küken bis zum Traktorreifen | ab ca. 1 Jahr | 19,99 € |
| Fahrzeuge – Sound-Adventskalender | 24 realistische Fahrzeuggeräusche auf Knopfdruck, Infotexte, Ton abschaltbar | ab 2 Jahren | 25,00 € |
| HABA 3D Weihnachtsfabrik | Dreidimensionaler Kalender zum Aufbauen und Bespielen | ab ca. 3 Jahren | 27,50 € |
| Tiere im Winterwald | 24 echte Tierstimmen mit Infotexten auf den Türinnenseiten, Glitter und Schleifenband | ab 2 Jahren | 28,00 € |
| Unsere Vögel im Winter | 24 echte Vogelstimmen, austauschbare Batterien, 38 × 52 cm | ab 2 Jahren | 28,00 € |
Ein Detail, das die Soundkalender aus dem Feld heraushebt: Die Batterien sind austauschbar. Bei vielen günstigen Modellen sind sie fest verbaut, sodass der Kalender nach einer Saison Elektroschrott ist. Hier lässt sich ein Kalender über mehrere Jahre nutzen – und ehrlich gesagt hören Kinder sich die Vogelstimmen auch im Februar noch gerne an. Weitere Kalender führen wir saisonal, darunter Räucherkerzen aus dem Erzgebirge für den Adventsabend der Erwachsenen.
Adventskalender bei Tobs
Fühl-, Sound- und Spielzeugkalender ab 18 € – ohne Schokolade, dafür mit Inhalt.
Zu den AdventskalendernAdventskalender selbst befüllen: 24 Ideen
Wer selbst befüllt, steht vor der eigentlichen Herausforderung: 24 Kleinigkeiten zu finden, die weder das Budget sprengen noch am 24. Dezember als Berg unbenutzten Plastiks dastehen. Die bewährte Lösung ist eine Mischung aus drei Kategorien – Kleinigkeiten zum Behalten, Verbrauchbares und Gutscheine für gemeinsame Zeit.
| Preisklasse | Ideen | Wie viele Türchen? |
|---|---|---|
| Kostenlos | Gutschein für Kinobesuch zu Hause, Plätzchen backen, Vorlesen im Bett, Spielenachmittag, später ins Bett, Schlittschuhlaufen, Lieblingsessen aussuchen | 6–8 |
| Bis 2 € | Brausetütchen, Sticker, Radiergummi, Murmel, Flummi, Steckfigur für den Geburtstagsring, Postkarte, Haarclip, Luftballon | 6–8 |
| 2 bis 5 € | Fruchtgummi-Tüte, Pustefläschchen, kleines Bastelset, Bügelperlen-Motivset, Jonglierball, Straßenkreide, Tattoo-Motiv, Malbuch | 6–8 |
| Ab 5 € | Ein bis zwei größere Türchen als Höhepunkt – etwa am 6. und am 24., zum Beispiel ein kleines Spiel oder ein Buch | 2–3 |
Der Trick liegt in den kostenlosen Türchen. Sie kosten nichts, werden aber oft am besten erinnert – ein Gutschein für „heute darfst du bestimmen, was gekocht wird" schlägt ein weiteres Plastikteil deutlich. Und sie lösen ganz nebenbei das Problem, dass Ihnen nach dem fünfzehnten Türchen die Ideen ausgehen.
Für die kaufbaren Türchen lohnt der Blick in unsere kleinen Geschenke, wo der Großteil unter fünf Euro liegt, und in die Leckereien – dort gibt es Brausetütchen für 50 Cent und Fruchtgummi mit sortenreinen Fruchtsäften. Wer mehrere Türchen auf einmal besorgen möchte, kommt am besten im Laden vorbei; wir stellen Ihnen gern eine Mischung zusammen, die zum Alter und zum Budget passt.
💡 Die 24-Türchen-Falle
Der häufigste Fehler beim Selbstbefüllen ist die Vorstellung, jedes Türchen müsse ein kleines Geschenk enthalten. Das treibt die Kosten auf hundert Euro und aufwärts – und erzeugt am Ende einen Haufen Dinge, an die sich niemand erinnert. Rechnen Sie stattdessen mit ungefähr einem Drittel Zeitgutscheinen, einem Drittel Verbrauchbarem und einem Drittel Kleinigkeiten zum Behalten. Das Ergebnis ist günstiger und wird als schöner empfunden.
Adventskalender selbst basteln
Die Hülle selbst zu bauen ist einfacher, als es aussieht – und ein schönes Projekt für ältere Kinder, die den Kalender für ein Geschwisterkind gestalten. Bewährte Varianten:
- Wäscheleine mit Klammern: Die schnellste Lösung. 24 Papiertüten oder Stoffsäckchen an einer Schnur, fertig – und im nächsten Jahr wieder verwendbar
- Zweig an der Wand: Ein Ast, an dem die Päckchen hängen – wirkt schlicht und passt in jede Einrichtung
- Streichholzschachteln: 24 kleine Schachteln, beklebt und nummeriert, zu einer Wand geklebt. Nur für sehr kleine Inhalte geeignet
- Klopapierrollen: An den Enden zusammengedrückt ergeben sie kleine Kissenpäckchen – kostenlos und erstaunlich hübsch
- Stoffsäckchen zum Wiederverwenden: Die nachhaltigste Variante. Einmal genäht oder gekauft, begleiten sie viele Jahre und werden selbst zum Ritual
Wenn Sie den Kalender gemeinsam mit dem Kind gestalten möchten, findet sich in unserem Ratgeber Basteln mit Kindern das passende Material und weitere Ideen für die Adventszeit – von Papiersternen bis zum Wachsmal-Kratzbild.
Welcher Kalender für welches Alter?
| Alter | Was funktioniert | Was noch nicht |
|---|---|---|
| 1–2 Jahre | Fühlkalender, Soundkalender, große Türchen zum Aufklappen | Zahlenverständnis, Warten – das Kind öffnet gern alle auf einmal |
| 3–4 Jahre | Bildkalender, erste befüllte Kalender, Sound und Fühlen | Kleinteilige Inhalte, komplizierte Bastelprojekte |
| 5–7 Jahre | Befüllte Kalender, Spielzeugkalender mit Sammelteilen, Kreativkalender | – |
| Ab 8 Jahren | Alles – inklusive selbst gestalteter Kalender für Geschwister | – |
Ein realistischer Hinweis zu den Jüngsten: Ein Zweijähriges versteht nicht, warum nur ein Türchen pro Tag geöffnet werden darf. Rechnen Sie damit, dass am ersten Tag mehrere dran glauben – das ist kein Erziehungsproblem, sondern Entwicklung. Kalender, bei denen die Türchen wieder verschließbar sind oder bei denen es nichts zu essen gibt, entschärfen die Sache erheblich.
Vier Fehler, die sich vermeiden lassen
- 1Zu spät anfangen: Wer Ende November 24 Kleinigkeiten sucht, kauft unter Druck und teurer. Sammeln Sie über den Herbst verteilt.
- 2Steigerung versprechen: Wenn die Türchen von Tag zu Tag größer werden, entsteht eine Erwartung, die am 24. kaum einzulösen ist. Besser gleichmäßig mit zwei Höhepunkten.
- 3Bei Geschwistern ungleich befüllen: Kinder vergleichen sekundengenau. Gleiche Anzahl, gleicher Wert – oder bewusst identische Inhalte.
- 4Alles auf Süßes setzen: 24 Tage Schokolade sind viel. Eine Mischung aus Naschen, Kleinigkeiten und Zeitgutscheinen kommt besser an – und hält länger.
Häufig gestellte Fragen
Ab welchem Alter lohnt sich ein Adventskalender?+
Fühl- und Soundkalender funktionieren schon ab etwa einem Jahr, weil sie kein Zahlenverständnis voraussetzen. Selbst befüllte Kalender lohnen sich ab drei Jahren, wenn das Kind das tägliche Prinzip begreift. Rechnen Sie bei den Jüngsten damit, dass anfangs mehrere Türchen auf einmal geöffnet werden – das legt sich.
Womit kann ich einen Adventskalender befüllen?+
Am besten gemischt: etwa ein Drittel Gutscheine für gemeinsame Zeit (Vorlesen, Plätzchen backen, Lieblingsessen aussuchen), ein Drittel Verbrauchbares wie Brausetütchen oder Fruchtgummi und ein Drittel kleine Dinge zum Behalten – Sticker, Murmeln, Bastelsets, Pustefläschchen. Zwei größere Türchen als Höhepunkte reichen völlig.
Was kostet ein selbst befüllter Adventskalender?+
Das hängt stark von der Mischung ab. Wer konsequent mit Zeitgutscheinen arbeitet und die gekauften Türchen unter fünf Euro hält, kommt mit 25 bis 40 Euro gut hin. Wer jedes Türchen mit einem Geschenk füllt, landet schnell im dreistelligen Bereich – ohne dass der Kalender dadurch besser wird.
Gibt es Adventskalender ohne Schokolade?+
Ja, und gerade für jüngere Kinder sind sie oft die bessere Wahl. Fühlkalender arbeiten mit Materialien zum Ertasten, Soundkalender mit Tier- oder Fahrzeuggeräuschen, Spielzeugkalender mit 24 Teilen, die zusammen eine Szene ergeben. Der Vorteil: Der Inhalt bleibt erhalten, statt aufgegessen zu sein.
Wie bastle ich schnell einen Adventskalender?+
Die schnellste Variante ist eine Schnur mit 24 Wäscheklammern, an die Papiertüten oder Stoffsäckchen gehängt werden – in zwanzig Minuten fertig. Ebenfalls schnell: ein Zweig an der Wand, an dem die Päckchen hängen. Stoffsäckchen lohnen sich besonders, weil sie jedes Jahr wiederverwendet werden können.
Worauf sollte ich bei Soundkalendern achten?+
Auf zwei Dinge: einen Ausschalter, damit der Kalender nicht den ganzen Tag Geräusche macht, und austauschbare Batterien. Bei fest verbauten Batterien ist der Kalender nach einer Saison unbrauchbar – mit wechselbaren Knopfzellen lässt er sich über mehrere Jahre nutzen und auch nach Weihnachten noch als Bilderbuch verwenden.