Beim Dart wird viel über Pfeile geredet und wenig über die Scheibe. Dabei entscheidet sie über den größeren Teil des Spielgefühls: Ein gutes Board nimmt den Pfeil leise auf und hält ihn fest, ein schlechtes wirft ihn zurück – und nichts nervt mehr als ein Bouncer, der nach einem sauberen Wurf auf dem Boden landet.
In diesem Ratgeber geht es deshalb um das Board selbst: worin sich Bristle-Board, elektronische Scheibe und Papierboard unterscheiden, woran Sie Qualität erkennen, welche Maße genau einzuhalten sind und wie die Aufhängung gelingt, ohne dass die Wand darunter leidet. Am Ende steht ein Punkt, der die Lebensdauer eines Boards mehr als verdoppeln kann – und den die meisten nicht kennen.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Bristle-Board aus Sisal für Steeldarts, elektronische Scheibe für Softdarts – die Systeme sind nicht austauschbar
- ✓ Die drei Maße: Bull's Eye auf 1,73 m, Abwurflinie 2,37 m entfernt, Diagonale 2,93 m als Kontrolle
- ✓ Dünne Drähte bedeuten weniger Bouncer – daran erkennt man ein gutes Board schneller als am Preis
- ✓ Regelmäßig drehen: Der wirksamste Trick für ein langes Boardleben – und er kostet nichts
- ✓ Wandschutz einplanen: Ohne Surround oder Korkplatte leidet der Putz garantiert
Bristle, elektronisch oder Papier?
| Typ | Material | Für welche Pfeile? | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|
| Bristle-Board | Gepresste Sisalfasern | Steeldarts | Jahre – die Fasern schließen sich nach jedem Wurf wieder |
| Elektronische Scheibe | Kunststoff mit Lochraster | Softdarts | Lange, aber Elektronik kann ausfallen |
| Papierboard | Aufgerollte Papierbahnen | Steeldarts | Kurz – wird schnell löchrig und unsauber |
| Magnetscheibe | Metallplatte mit Magnetpfeilen | Magnetpfeile | Spielzeug – für Kinder, nicht für echtes Dart |
Für alle, die ernsthaft Steeldart spielen möchten, führt kein Weg am Bristle-Board vorbei. Der Grund liegt im Material: Sisal besteht aus gebündelten Pflanzenfasern, die sich unter dem Druck des Pfeils zur Seite schieben und danach wieder zusammenlegen. Das Board ist damit gewissermaßen selbstheilend – Löcher schließen sich, statt größer zu werden.
Elektronische Scheiben haben ihre Berechtigung, wenn automatisch gezählt werden soll oder wenn die Nachbarn empfindlich sind – Softdarts schlagen leiser ein. Papierboards findet man in günstigen Einsteigersets; sie funktionieren, halten aber deutlich kürzer, weil sich die Einstichlöcher nicht schließen. Und Magnetscheiben sind, was ihr Name sagt: ein Spielzeug, mit dem Kinder gefahrlos zielen können, aber kein Sportgerät.
Woran Sie ein gutes Bristle-Board erkennen
- Dünne, flache Drähte: Die Metallstege zwischen den Feldern entscheiden über Bouncer. Je dünner und flacher sie sind und je bündiger sie in der Oberfläche sitzen, desto seltener springt ein Pfeil ab. Ältere Boards mit dickem Rundraht sind hier deutlich schlechter
- Klammerfreies Bullseye: Bei einfachen Boards ist der Draht rund um das Bull mit Klammern befestigt. Genau dort landen die meisten Pfeile – und prallen an den Klammern ab. Gute Boards kommen ohne aus
- Dichte Sisalpackung: Drücken Sie mit dem Daumen auf die Fläche. Sie sollte fest sein und kaum nachgeben – lockeres Sisal verschleißt schnell
- Drehbare Befestigung: Ein Halterungssystem, mit dem sich das Board leicht drehen lässt, ist mehr als ein Detail – dazu gleich mehr
- Turniermaße: Ein reguläres Board misst rund 45 cm im Durchmesser. Kleinere Scheiben sind Freizeitware und bereiten nicht auf das Spiel im Verein vor
Die Maße: hier gibt es keinen Spielraum
Diese Zahlen sind international einheitlich und sollten auch zu Hause exakt eingehalten werden. Der Grund ist praktisch: Wer sich eine Wurfbahn auf falsche Maße antrainiert, muss sie im Verein oder in der Kneipe wieder verlernen.
| Maß | Wert | Wie gemessen wird |
|---|---|---|
| Höhe Bull's Eye | 1,73 m | Vom Boden senkrecht bis zur Mitte des Bull's Eye |
| Abstand zur Oche | 2,37 m | Waagerecht von der Boardvorderkante bis zur Abwurflinie |
| Diagonale | 2,93 m | Vom Bull's Eye schräg zur Oche – das Kontrollmaß |
| Freiraum seitlich | mind. 1 m | Damit abspringende Pfeile niemanden treffen |
| Freiraum hinter der Oche | ca. 1 m | Zum Zurücktreten und für Zuschauer |
| Deckenhöhe | mind. 2,3 m | Sonst wird der Wurfarm oben eingeschränkt |
Die Diagonale von 2,93 m ist der wichtigste Wert, weil sie beide anderen gleichzeitig prüft. Spannen Sie ein Maßband vom Bull's Eye zur Abwurflinie – stimmt dieser Wert, stimmen Höhe und Abstand automatisch. Und noch ein Hinweis zur Höhe: Gemessen wird bis zur Mitte des Bull's Eye, nicht bis zur Oberkante des Boards. Genau hier hängen die meisten Scheiben ein paar Zentimeter zu hoch oder zu tief.
Das Board richtig aufhängen
- 1Standort wählen: Keine Wand mit Leitungen dahinter, ausreichend Platz zur Seite, kein Durchgang in der Wurflinie. Und keine Wand, die an ein Schlafzimmer grenzt – Einschläge sind hörbar.
- 2Wandschutz zuerst anbringen: Surround, Korkplatte oder eine dicke Holzplatte hinter das Board. Wer das nachträglich macht, muss alles noch einmal ausrichten.
- 3Höhe anzeichnen: 1,73 m vom Boden – das ist die Mitte des Bull's Eye, nicht die Oberkante. Messen Sie an der Stelle, an der später gespielt wird, denn Böden sind selten eben.
- 4Halterung montieren: Die mitgelieferte Wandhalterung setzen und das Board so ausrichten, dass die 20 oben steht – das ist das dunkle Feld über dem Bull.
- 5Diagonale prüfen: Maßband vom Bull's Eye zum geplanten Ochepunkt – 2,93 m. Weicht der Wert ab, korrigieren Sie den Abstand, nicht die Höhe.
- 6Oche markieren: Eine Abwurflinie aus Klebeband reicht, eine erhöhte Leiste ist besser – daran spürt man mit dem Fuß, wo die Grenze ist, ohne hinzusehen.
- 7Beleuchtung prüfen: Das Licht sollte von vorn oder oben kommen, nicht von hinten. Der eigene Schatten auf dem Board ist ein unterschätztes Ärgernis.
💡 Der Trick, der die Lebensdauer verdoppelt
Fast alle Würfe landen im selben Bereich – rund um die Triple 20 und das Bull. Nach ein paar Monaten ist das Sisal dort deutlich stärker beansprucht als im Rest des Boards. Die Lösung ist einfach: Drehen Sie das Board regelmäßig, etwa alle ein bis zwei Wochen, um ein Segment weiter. Der farbige Zahlenring lässt sich dabei mitdrehen, sodass die 20 wieder oben steht. So verteilt sich der Verschleiß über die gesamte Fläche, und das Board hält deutlich länger. Genau deshalb lohnt ein Halterungssystem, das schnelles Drehen erlaubt.
Wandschutz: nicht optional
Ein Steeldart, der neben dem Board einschlägt, hinterlässt ein Loch im Putz. Und weil danebengeworfen wird – auch von Fortgeschrittenen –, gehört Wandschutz zur Grundausstattung. Drei Möglichkeiten:
| Lösung | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Surround (Auffangring) | Passgenau, fängt Pfeile weich auf, sieht ordentlich aus | Zusätzliche Anschaffung |
| Korkplatte | Günstig, große Fläche geschützt | Optik, Pfeile bleiben stecken und hinterlassen Spuren |
| Dartschrank | Board verschwindet hinter Türen, integrierter Schutz | Teurer, braucht mehr Platz an der Wand |
Denken Sie auch an den Boden: Abprallende Pfeile fallen mit der Spitze nach unten und beschädigen Laminat und Parkett. Eine Dartmatte löst das Problem und markiert oft gleich die richtige Abwurflinie mit.
Pflege: was hilft und was schadet
| Maßnahme | Bewertung |
|---|---|
| Regelmäßig drehen | Das Wirksamste überhaupt – verteilt den Verschleiß gleichmäßig |
| Trocken lagern | Wichtig. Feuchtigkeit lässt Sisal quellen und danach spröde werden |
| Board mit Wasser befeuchten | Ein alter Mythos, der schadet. Modernes Sisal braucht das nicht und nimmt Schaden |
| Spitzen scharf halten | Stumpfe Spitzen reißen Fasern statt sie zu verdrängen – regelmäßig nachschleifen |
| Pfeile gerade herausziehen | Verdrehen beim Herausziehen weitet die Löcher unnötig |
| Nicht in die pralle Sonne | UV bleicht den Aufdruck und trocknet die Fasern aus |
Dart im Haushalt mit Kindern
Als Spielzeugfachgeschäft ist uns dieser Punkt wichtig: Ein Steeldart-Board gehört zusammen mit Pfeilen, die scharfe Metallspitzen haben. Wenn kleine Kinder im Haushalt leben, sollte der Spielbereich für sie tabu sein, und die Pfeile gehören nach dem Spielen weggeräumt – nicht neben dem Board stecken gelassen. Jugendliche ab etwa 14 Jahren können unter Aufsicht spielen und trainieren dabei ganz nebenbei Kopfrechnen, weil beim Herunterrechnen von 501 permanent im Dreiersprung subtrahiert wird.
Für jüngere Kinder gibt es die gefahrlose Variante mit Klettbällen oder Magnetpfeilen – dasselbe Zielprinzip, aber ohne scharfe Spitzen. Passende Wurfspiele finden Sie in unserem Outdoor-Sortiment, das auch drinnen funktioniert.
Und die Pfeile?
Board und Pfeile gehören zusammen, folgen aber unterschiedlichen Kaufkriterien. Beim Board zählen Material, Drahtstärke und Maße – bei den Pfeilen entscheiden Gewicht, Barrelmaterial und Grip darüber, wie sich der Wurf anfühlt. Wir führen bei TOBS Steeldarts von Winmau in mehreren Gewichten ab etwa 18 €, darunter Modelle mit 21, 22 und 24 Gramm sowie ein Signature-Modell. Welches Gewicht zu welchem Wurf passt und warum Messing für Einsteiger die vernünftigere Wahl ist als Tungsten, haben wir in einem eigenen Ratgeber zu Dartpfeilen ausführlich beschrieben.
Dart bei TOBS in Halle
Winmau-Steeldarts ab 18 € – zum Vergleichen in die Hand nehmen. Nach Boards fragen Sie uns gern.
Zum SportsortimentHäufig gestellte Fragen
Wie hoch hängt eine Dartscheibe?+
Das Bull's Eye hängt exakt 1,73 m über dem Boden – gemessen bis zur Mitte des Bull, nicht bis zur Oberkante des Boards. Die Abwurflinie liegt 2,37 m waagerecht von der Boardvorderkante entfernt. Als Kontrolle dient die Diagonale vom Bull's Eye zur Oche: Sie beträgt 2,93 m.
Was ist ein Bristle-Board?+
Eine Dartscheibe aus gepressten Sisalfasern, wie sie im Steeldart Standard ist. Der Pfeil schiebt die Fasern beim Einschlag zur Seite; danach legen sie sich wieder zusammen, sodass sich das Loch weitgehend schließt. Dadurch hält ein Bristle-Board bei guter Pflege jahrelang – anders als Papierboards, die schnell löchrig werden.
Elektronische Dartscheibe oder Bristle-Board?+
Das hängt an den Pfeilen: Elektronische Scheiben werden mit Softdarts gespielt und zählen automatisch, Bristle-Boards mit Steeldarts. Für klassisches Dart, wie es im Verein und im Fernsehen gespielt wird, brauchen Sie ein Bristle-Board. Eine elektronische Scheibe ist sinnvoll, wenn niemand rechnen möchte oder wenn es leiser zugehen soll.
Warum springen meine Pfeile ständig ab?+
Meist liegt es an den Drähten oder den Spitzen. Dicke, runde Drähte lassen Pfeile deutlich häufiger abprallen als dünne, flach eingelassene – das ist der wichtigste Qualitätsunterschied zwischen Boards. Zweite Ursache sind stumpfe Spitzen, die die Fasern nicht mehr sauber durchdringen. Schleifen Sie sie regelmäßig nach.
Wie verlängere ich die Lebensdauer meiner Dartscheibe?+
Indem Sie das Board regelmäßig drehen – alle ein bis zwei Wochen um ein Segment weiter, den Zahlenring mitdrehen, sodass die 20 wieder oben steht. Weil fast alle Würfe im selben Bereich landen, verteilt das den Verschleiß über die gesamte Fläche. Dazu: trocken lagern, Spitzen scharf halten und Pfeile gerade herausziehen statt zu verdrehen.
Brauche ich wirklich einen Surround?+
Wenn Ihnen die Wand wichtig ist: ja. Auch geübte Spieler werfen daneben, und ein Steeldart hinterlässt im Putz ein sichtbares Loch. Ein Surround fängt die Pfeile weich auf, eine Korkplatte tut es günstiger. Denken Sie außerdem an den Boden – abprallende Pfeile landen mit der Spitze voran auf Laminat oder Parkett.